Sa, 22. Mai
14:35 - 15:50

Festivalhalle

Line-up

  • Sophie Bernado - bn
  • Cyprien Busolini - vl
  • Benoît Delbecq - p
  • Céline Flamen - vc
  • Jozef Dumoulin - synth
  • Anne-Emmanuelle Davy - voc
  • Stéphane Garin - dr, artistic direction
  • Jean-Brice Godet - bcl
  • Alexandre Herer - elec
  • Jeanne Laroutourou - vib
  • Christian Pruvost - tp
  • Antonin Tri Hoang - sax, synth

‘Femenine’ Julius Eastman, by ensemble 0 and AUM grand ensemble (Fr)

Bereits im letzten Jahr sorgte die Aufführung eines sehr selten gespielten Werks für großes Aufhorchen: vier Pianist:innen performten zwei Stücke mit provokanten Titeln, „Evil Nigger“ und „Gay Guerilla“ des afroamerikanischen Komponisten Julius Eastman (1940-1990). Eastman war eine singuläre Gestalt in der amerikanischen Szene. Der hochbegabte Sänger – er sang zahlreiche Uraufführungen und wirkte bei Meredith Monks epochaler „Dolmen Music“ mit – wollte nicht so recht ins weiße akademische Umfeld passen. Der offen homosexuelle Künstler überwarf sich mit vielen Unterstützern, darunter John Cage.

Eastmans Musik nähert sich der Minimal Music an. Doch den makellosen Klanggebilden eines Reich oder Glass fehlt eine entscheidende Dimension von Eastmans Musik: der Schmerz, die Spannung bis zum Zerreißen, die unter den stark repetitiven Passagen lauert.

In „Femenine“ machen die französischen beiden Ensembles aus der gut einstündigen Partitur einen hypnotischen Sog, der die Zeit neu zu definieren scheint.